So war die Saison 2018


So viele Äpfel wie dieses Jahr haben wir in unserer Geschichte noch nicht erlebt. Auch Birnen und Quitten gab es im Übermaß.

Schon im Sommer zeichnete sich ab, dass es eine reiche Ernte geben wird. Wir beschlossen keinerlei Werbung zu machen, bis auf die Nachricht (per E-Mail oder Postkarte) an unsere Stammkundschaft, in der Annahme damit völlig ausgelastet zu sein. Viele Karten erreichten weder ihre Zieladresse, noch kamen sie zu uns zurück. Mehr als in den vergangenen Jahren gab es Beschwerden von Kunden, die keine Benachrichtigung erhalten haben. Wir sortieren niemanden aus, es sei denn wir hören und sehen länger als fünf Jahre nichts von Ihnen.
Leider machten ein Radiosender und 2 Zeitungen ohne unser Einverständnis Werbung für die Mosterei. Das und die reichliche Ernte führten dazu, dass wir völlig überlaufen wurden und trotz dem wir bis an unsere Leistungsgrenze arbeiteten nicht alles geschafft haben. Auch dass die Mosterei in Sottmar aus Krankheitsgründen schließen musste, trug nicht zur Entschärfung der Situation bei. An dieser Stelle beste Genesungswünsche nach Sottmar.

Äpfel Mit der Überlastung waren wir nicht allein. Viele Mostereien hatten dieses Jahr Mengenbegrenzungen bei dem, was sie an Obst angenommen haben. Wir möchten nochmal darauf hinweisen, dass wir kein Entsorgungsunternehmen sind und appellieren an alle Kunden, die noch wenig Erfahrung haben, sich zu überlegen, wie viel Saft sie brauchen, vielleicht auch über die nächsten zwei Jahre (weil niemand wissen kann, wie die Ernte 2019 ausfallen wird) aber die anderen Äpfel für solche zu lassen, die es brauchen können: Vögel, Igel, weitere Wildtiere oder auch Vieh. Das Gras war dieses Jahr nämlich knapp. Die Wildlebenden haben keine Heizung und brauchen Speck auf den Rippen, um über den Winter zu kommen.

Die Äpfel waren nicht früher reif, als in den anderen Jahren, nur schmissen viele Bäume im September schon einiges ab. Bei der herrschenden Trockenheit war das auch keine Wunder. Von den Bäumen, die es geschafft haben zumindest einen Teil ihrer Äpfel auszureifen, gab es guten Saft mit exquisitem Geschmack. Es ist schon erstaunlich was Sonne so ausmacht.

Pleiten, Pech und Pannen hatten wir auch wieder reichlich. Es fing damit an, dass die Rutsche zwischen Elevator und Obstmühle übers Jahr in der Reparatur verschwunden ist. Da musste mal eben eine neue hergestellt werden (ein Dank an Patrick).
Als Nächste quittierte dann unsere Presse ihren Dienst, obwohl die letztes Jahr erst generalüberholt worden war. Einige Fachleute haben sich inzwischen daran versucht, aber laufen tut sie nach wie vor nicht. Vielen Dank an Herrn Strafehl, der einiges seiner knappen Zeit investiert hat, um den Fehler zu finden. Der Ausfall der Presse hätte das Ende der Kampagne bedeutet, wenn uns nicht ein anderer Moster schnell und undogmatisch seine Ersatzpresse geliehen hätte. Solidarität tut gut und macht Mut. Auch dafür möchten wir uns bedanken. Den Mut konnten wir auch gut gebrauchen. Die geliehene Presse war viel kleiner als unser gutes Stück, was bedeutete, das alle, die an der Presse gearbeitet haben, das nun in fast doppelter Geschwindigkeit tun mussten, um das Pensum zu schaffen. Ihr wart sehr tapfer.
Anderes lief auch sehr gut. Zum Beispiel der Abtransport des Tresters. Otto und seine youngsters hatten die gesamte Saison einen Gummiwagen bei uns auf dem Hof stehen, trotz widriger Einparkmöglichkeiten und haben den Trester geholt, sobald es nötig war. Die Zusammenarbeit mit euch macht Spaß.

Wir werden die Preise für Quitten und Birnen, einschließlich der Mischsäfte, erhöhen, weil sie in der Verarbeitung einfach aufwendiger sind. Es benötigt faktisch eine Person mehr, die die Rutsche und den Elevator bedient. Bisher waren es keine so großen Mengen, aber inzwischen nehmen andere Mostereien kaum noch solches Obst an, so dass wir die Abende damit zugebracht haben, Birnen und Quitten durch die Anlage zu pruckeln. Außerdem diskutieren wir kontrovers, ob wir die Mindestmenge von einem Zentner auf zwei hochsetzen, weil sich so geringe Mengen nicht rentabel verarbeiten lassen. Allerdings ist uns auch bewusst, dass einige unserer Kunden aufgrund ihres Alters oder irgendwelcher Einschränkungen genug Mühe haben, einen Zentner zu ernten und hierher zu transportieren. Denen wollen wir nicht die Möglichkeit nehmen, Saft aus ihrem Obst zu genießen. Kleinere Haushalte, die nur 30 bis 40 Liter Saft benötigen, möchten wir bitten sich mit Freunden oder Bekannten zusammenzuschließen, um ihre Äpfel gemeinsam zu verarbeiten. Ab 150 Liter sparen sie auch 10 Cent pro Liter für's Pressen.

Wir wünschen Ihnen ein Frohes Neues Jahr und genießen sie Ihren Saft!

Ihr Mosterei Burg Lutter-Team